Bikepacking – individuelle Abenteuer auf dem Fahrrad

Hast du schonmal Bikepacking für dich ausprobiert?
Einfach dein Rad geschnappt, die wichtigsten Utensilien zusammengepackt, an dein Fahrrad geschnallt und dich einfach ins Abenteuer gestürzt?

Bikepacking wurde bereits in den letzten Jahren immer mehr zum Trend und 2020 durch Social Distancing und Reisebeschränkungen noch einmal bestärkt. Urlaub daheim und die nähere Umgebung abseits von größeren Gruppen aus einer neuen Perspektive zu entdecken, war diesen Sommer oft die einzige Option, um wenigstens mal ein paar Tage Ferienfeeling genießen zu können. Perfekter Zeitpunkt also, um sich das Thema Bikepacking einmal genauer anzusehen – woher kommt die Art zu Reisen, welches Rad eignet sich und was sollte man beim Packen beachten?

Fangen wir mit dem grundlegenden an – dem Fortbewegungsmittel „Fahrrad“. Die gute Nachricht: Bikepacking ist nicht auf eine Radgattung beschränkt. Man kann mit jedem Rad ins Abenteuer starten. Einige Räder eignen sich für bestimmte Abenteuer aber besser als andere.

Das Gravelbike

Während das Crossrad in Europa eine lange Tradition hat, sind die Gravelbikes ein neueres Phänomen. Die Räder unterscheiden sich in ihren technischen Details und Abmessungen, vereinen aber die Absicht, die Dynamik und das Tempo des Rennrads ins Gelände zu überführen. Der Crosser eignet sich für winklige, kurze und anspruchsvolle Kurse, das Gravelbike durch die angenehmere Geometrie, mehr Reifen- und Übersetzungsbreite hingegen für unbefestigte Straßen und längere Touren. Die wörtliche Übersetzung des englischen Begriffs „Gravel“ lautet Kies oder Schotter. Damit ist klar, das Gravelbike ist auf Pisten zuhause, die mit dem Rennrad „unfahrbar“ und fürs Mountainbike zu „langweilig“ sind. Perfekt für alle diejenigen, die weg möchten von der Straße und ihren Gefahren, und lieber auf Wald- und Feldwegen das Land erkunden. Einfach raus aus der Stadt und die Schönheit der Natur genießen. Aus dem Grund gehört das Gravelbike aktuell zu dem beliebtesten Rad unter Bikepackern.

Das Rennrad

Das Rennrad wird für seine Effizienz geliebt. Alle Bauteile und Merkmale des Rennrades sind auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt; die Reifen schmal und mit hohem Druck befüllt, der Lenker tief montiert und das Rad möglichst steif und dennoch leicht. Das alles scheint auf den ersten Blick weit weg von der Idee des Bikepackings. Ist es aber nicht, denn die ersten Radrennen fanden unter Bedingungen statt, die heutigen „Self-Support“-Rennen sehr ähnlich waren: Schlechte Straße, ein hohes Maß an Selbstversorgung und sehr große Distanzen. Mittlerweile gibt es sogar erste offizielle Self-Support-Straßenrennen. So kann auch das Rennrad beim Bikepacking zum Einsatz kommen, wobei man allerdings bei der Routenplanung mehr auf befestigte Straßen achten sollte.

Das Mountainbike

Im modernen Bikepacking steht das Mountainbike im Mittelpunkt. Das Mountainbike ist per Definition stabil und geländegängig und damit perfekt für Touren geeignet, die durch unwegsames Gelände führen. Mit dem Mountainbike lässt sich jeder noch so unebene Weg befahren und der Erkundung unberührter Natur sind keine Grenzen gesetzt.

Seine Ursprünge hat das Bikepacking in den Langdistanz MTB-Rennen in den USA, den sogenannten „Self-Support-Rennen“. Da die Streckenabschnitte bis zum nächsten Ort häufig nicht an einem Tag bewältigt werden konnten, suchten die Fahrer und Fahrerinnen nach einer einfachen und sicheren Möglichkeit ihre Ausrüstung und ihren Proviant zu verstauen, ohne dabei an Geschwindigkeit und Mobilität einbüßen zu müssen. Daraus entwickelte sich das Bikepacking – eine ganz neue und einzigartige Form des Radfahrens. Und damit kommen wir zum zweiten essentiellen Teil des Bikepackings:

Das Gepäck

Das  ist ganz individuell von der Tour abhängig ist. Denn Bikepacking bietet viele individuelle Möglichkeiten. Für einen Tag die Schönheit der Natur vor der eigenen Haustür erkunden, übers Wochenende die nahe Umgebung der Heimat genießen oder sich für einen längeren Zeitraum in Abenteuer stürzen und völlig neue Gegenden entdecken – beim Bikepacking ist alles möglich. Spannende Ziele gibt es genug: Das Naherholungsgebiet vor der Stadt oder der nächstgelegene See sind ideale Anlaufstellen.

Die Ausrüstung für den ersten Overnighter kann man im Notfall vollständig aus dem eigenen Haushalt zusammenstellen. So wird es vielleicht ein bisschen schwerer und voluminöser, doch das schmälert den Bikepacking-Spaß kaum. Wer öfter mit reduziertem Gepäck auf Tour geht, verfeinert ganz automatisch seine Packliste, sortiert überflüssige Ausrüstung aus und ersetzt ungeeignetes Equipment. Bei der Unterbringung des Gepäcks, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Von der klassischen Satteltasche hin zur Lenker-, Rahmen- oder Oberrohrtasche sowie weiteren Befestigungsmöglichkeiten an der Gabel oder am Unterrohr.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Hersteller von Taschen aus wasserfestem Material, denn auch ein überraschender Regenschauer bleibt beim Outdoor-Abenteuer nicht aus. Welche Tasche sich am besten eignet, hängt vom gewählten Rad und dessen Geometrie ab. Beim Packen sollte darauf geachtet werden, schwere Gegenstände näher am Rad zu verstauen und die Last ausgewogen zu verteilen. Somit bleibt man agil beim Fahren und dem Spaß steht nichts mehr im Wege.
Wichtig ist es bei jeder Tour ausreichend Wasser dabei zu haben. Mit dem TWIST-System lässt sich problemlos eine Flasche unter der Rahmentasche oder zusätzlich auch am Oberrohr anbringen. Mithilfe des magnetisch-mechanischen Systems, lässt sich die Flasche auch während der Fahrt leicht entnehmen und wieder am Rahmen befestigen.

Zusätzlich ist etwas Werkzeug auf den Touren sinnvoll, um kleine Pannen direkt reparieren zu können und das Abenteuer nicht frühzeitig beenden zu müssen. Sinnvolles Werkzeug für unterwegs:

– Multitool
– Reifenheber
– Minipumpe
– zwei Ersatzschläuche
– Kettenöl
– Kettenschloss
– Schaltzug
– Flickzeug inkl. Schlauch- und Reifenflicken
– Bremsbeläge und kleines Schraubensortiment

Die käfiglose TWIST toolbox bietet Platz für alle Werkzeuge und Essentials, die für die Tour nötig sind und lässt sich einfach an der bike base oder uni base befestigen. Das wasserabweisende Material sorgt dafür, dass Werkzeuge und Essentials im Inneren trocken bleiben. So ist auch die Befestigung unten am Unterrohr möglich und der Platz wird sinnvoll genutzt.

Auch wenn der Herbst langsam naht, die Blätter sich golden verfärben, das Wetter regnerischer und windiger wird und die Tage kürzer werden, steht dies dem Bikepacking- Abenteuer nicht im Weg. Allerdings solltest du einiges zum Bikepacking im Herbst beachten. Die richtige Kleidung ist entscheidend. Dadurch, dass das Wetter ungemütlicher wird, ist es wichtig sich vor den äußeren Einflüssen zu schützen und wind- und wasserfeste Kleidung dabeizuhaben. Auch eine trockene Wechselgarnitur sollte immer mit dabei sein. Zudem sollte auch das Gepäck in wasserdichten Packtaschen oder zusätzlich in leichte, wasserdichte Drybags verstaut werden. Da die Tage kürzer und mitunter auch tagsüber grauer werden, ist eine gute Beleuchtung am Rad ebenfalls wichtig.

Wer auch im Herbst nicht auf das Schlafen im Freien verzichten möchte, sollte darauf achten, dass das Zelt wasserdicht ist und das Lager an einem geschützten Plätzchen aufschlagen.
Alternativ finden sich in vielen deutschen Wäldern einfache Wetterschutzhütten, die sich auch gut als provisorische Übernachtungsmöglichkeit eignen.
Wer doch Lust auf eine Dusche und eine trockene Übernachtungsmöglichkeit hat, dem bietet die Plattform Warmshowers bei gleichgesinnten eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden.

Bleibt nur noch folgendes zu tun: Sachen zusammenpacken und die Route planen, Rad aus dem Keller holen und gut ausgerüstet dem Wetter trotzend das Herbst- Abendteuer starten!