Der Frühjahrscheck Teil 2 – wie du die Funktionen deines Fahrrads prüfst!

Dein Rad steht blitzeblank geputzt schon ready und wartet nur noch auf seinen ersten Einsatz in der neuen Saison? Dann bekommst du hier die Tipps und Tricks, um deinen treusten Begleiter auch auf alle Funktionen zu prüfen.

Im Gespräch mit Ambassador Laura und Crossladen Mechaniker Andreas finden wir heraus, auf was du achten solltest. Andreas ist im Crossladen. und dazugehörigen Crossladen.Racing Team dafür verantwortlich die Räder in Schuss zu halten und weiß daher genau, worauf du achten solltest. Als hauptberuflicher Fahrradmechaniker erzählt er uns, was du super Zuhause machen kannst und wann du lieber zum Profi gehen sollst. Auch Laura gibt uns einen Einblick, worauf sie besonders viel Wert legt und wie sie den Checkup ihres Rads meistert.

 

 

Safety first – wie du dein Rad auf Funktionalität prüfst

 

Wenn du dir unsicher bist, ob du deine Reifen wechseln musst, hat Andreas einen Trick auf Lager: „Du kannst einfach das Modell deines Reifens googlen und die angezeigten Bilder mit deinem Profil abgleichen. Ist dein Profil sehr glatt (ausgenommen Rennräder), dann solltest du deine Reifen wechseln.“ Als erfahrene MTB-Fahrerin achtet Laura bei ihren Reifen auch darauf, ob die Stollen an ihren Reifen abgenutzt sind, und wechselt die Reifen gegebenenfalls.

Ähnlich wie bei den Feder-Elementen weist der Schrauber-Profi darauf hin, dass du auch die absenkbare Sattelstütze prüfen solltest. Dies werde häufig vergessen und es kann sein, dass es beim Fahren unbemerkt bleibt. Aber wie prüfst du das?
Andreas erklärt: „Du kannst im Stand den Sattel absenken und wieder hochfahren. Wenn die Sattelstütze ausfährt und du ganz leicht von unten gegen den Sattel drückst, dann sollte sie nicht nachploppen. Geht der Sattel jedoch nach oben, war sie zuvor nicht richtig ausgefahren und sollte zum Service.“ Um dem vorzubeugen sollte auch hier der Übergang zwischen den beiden Rohren regelmäßig gesäubert werden. Der Schrauber-Profi empfiehlt nach jeder Fahrt die Feder-Elemente abzuwischen, um die Dichtung und damit auch den Dämpfer und die Federgabel zu schützen.

 

 

Darüber hinaus solltest du auch die Kette oder Bremsen prüfen. Um die Kette zu prüfen kann dir ein Kettenmessgerät, welches du schon für ca. 15-20 € im Bikeshop erhältst, helfen. „Hiermit kannst du deine Kette regelmäßig kontrollieren und sie kurz vor dem Verschleißpunkt auswechseln – nicht nach dem Verschleiß!“, so der Mechaniker. Außerdem sollte das Schaltverhalten geprüft werden. Hierfür kann eine Probefahrt gemacht werden, indem bei angezogener Bremse in jedem Gang ordentlich in die Pedale getreten wird. So bekommst du ordentlich Druck auf die Kette. Wenn diese nicht „durchrutscht“, dann ist alles in Ordnung, erklärt Andreas. Sobald die Kette sich nicht mehr schalten lässt, sondern „springt“, sind die Zahnräder verschlissen und müssen sofort ausgetauscht werden.

Bei den Bremsbelegen kannst du prüfen, ob noch genug Bremslack vorhanden ist. Vor allem nach der Winterpause sollten Bremsen wieder eingebremst werden, sind sich Rad-Kenner Andreas und MTB-Enthusiastin Laura einig. Dies geht ähnlich wie beim Prüfen des Schaltverhaltens: „Du fährst mit angezogenen Bremsen den Berg herunter und tritts kräftig in die Pedale. So werden die Rückstände von den Bremsen entfernt. Jedoch bitte nur bei Scheibenbremsen, nicht bei Rennrädern mit Felgenbremsen“, meint der Radtechniker. Wenn die Bremsen aber abgenutzt sind, dann empfiehlt er, das Rad zum Service zu bringen und die Bremsen wechseln zu lassen.

„Auch die Schrauben kannst du selbst nachziehen – wenn du weißt, wie es geht“, so der Radmechaniker. Auch Laura kennt die Fallstricke: „Wenn du die Schrauben zu festziehst, dann lösen sie sich wieder und halten nicht mehr. Das könnte im schlimmsten Fall zu einem unsicheren Rad führen.“ Und das wäre in ihrem Alltag als MTB-Fahrerin undenkbar. Daher rät sie dazu, sich für das Festziehen der Schrauben genügend Zeit zu nehmen, oder zum Profi zu gehen. Der Profi-Schrauber ergänzt: „Wer keinen Drehmomentschlüssel daheim hat, oder sich unsicher ist, sollte das lieber im Radladen machen lassen. Sicher ist sicher!“

Und woher weiß ich nun, ob alles am Rad fest ist? Andreas hat auch dafür einen Tipp: „Mit dem Schnell-Check kannst du einen ersten Eindruck bekommen. Wenn du dein Rad hochhebst und aus ca. 30 cm Höhe aufkommen lässt, dann kannst du hören, ob etwas klappert oder klirrt.“ Wenn dies nach mehrmaligem Wiederholen der Fall ist, dann solltest du dein Rad umgehend in einen Radladen bringen, da sind sich Laura und Andreas einig.

 

How to – lernen wie‘s geht, in einem „Schrauberworkshop“!

 

„Du hast noch nie von einem Schrauberworkshop gehört? Hier kannst du die Basics rund um dein Rad lernen“, erzählt Radmechaniker Andreas. Solche Workshops werden vor allem in Vereinen angeboten. Andreas ist überzeugt, dass sich schon deshalb der Beitritt in einen Verein lohnt. Man lernt Grundlagen wie das Kontrollieren der Drehmomente, das Einstellen der Schaltung, an welchen Schrauben dreht man lieber nicht, wie wird die Bremsen richtig eingestellt und auch das Reifenwechseln. „Dieses Grundwissen ist wichtig, denn wenn du z. B. die Reifen nicht richtig wechselst, können diese von den Felgen springen oder platzen“, erklärt Andreas. Daher gibt er einen Tipp: „Den Schlauchwechsel kannst du prüfen, indem du am Ventil anfängst und den Reifen in die Mitte schiebst. Wenn dann kein Schlauch zu sehen ist, dann kann der Reifen gefahrlos aufgepumpt werden. Ansonsten sollte der Schlauch so lange hin und her geschoben werden, bis er nicht mehr zu sehen ist.“

 

Wenn der Profi ans Werk muss – Finger weg von diesen Bauteilen!

 

Bei allen Checks gilt jedoch eines – bist du dir unsicher, dann lieber mit dem Zweirad zum Techniker, als es selber zu probieren! Andreas spricht aus eigener Erfahrung: „Wenn wir Räder bekommen, bei denen die BesitzerInnen es gut meinten und selber rumprobiert haben, dann kann ganz schnell aus ein paar Minuten eine Stunde Arbeit werden. Man kann also ganz schnell alles schlimmer machen, auch wenn man es gut meint. Daher gilt: Finger weg vom Rad, wenn man sich nicht 100% sicher ist.“

Aber was wird dann beim Profi gemacht und worauf sollte man achten? Auch dafür hat der Mechanik-Profi Tipps: „Am besten es wird regelmäßig eine Inspektion gemacht. Doch hier gibt es Unterschiede. Es gibt Inspektionen, die eine Prüfung der Speichenspannung inkludieren. Andere bieten das nicht von vorneherein mit an. Hier gilt es explizit nachzufragen und diese auch zu beanspruchen. Bei einer Frühjahrsinspektion im Radladen sollten auch die Drehmomente, Zahnräder und Bremsen geprüft werden. Zudem sollten alle Lager gefettet werden. Dabei sollte man darauf achten, dass tatsächlich ALLE Lager gefettet und gewartet werden. Hier gilt es aufmerksam zu sein – ein Lager-Service ist nicht in der Grundinspektion enthalten. Danach sollte explizit gefragt werden.“ Die Lager eigenmächtig zu fetten empfiehlt der Schrauber-Profi nur wirklich sehr geübten Rad-KennerInnen, da dies Dreh und Angelpunkt im Rad sei und spezielles Werkzeug benötige. MTB-Ambassador Laura fettet ihre Lager selber, erzählt sie uns. Sie achtet dabei darauf, dass sie die Lager nur eine Saison fährt. Dann können die Lager rosten, vor allem wenn das Rad regelmäßig gewaschen wird.

MTB-Fahrerin und Mechaniker sind beide der Meinung, dass ein Federgabel-Dämpfer-Service bei einem MTB-Rad unbedingt notwendig sei. Hier werden die wichtigsten Funktionen geprüft, bevor es in die neue Saison geht.

Zum Saisonstart kann auch das Equipment aufgerüstet werden. Rad-Techniker Andreas gibt hierfür auch einen Tipp: „Bei Flaschen achte ich im Service immer explizit darauf, dass beim Einfedern der Dämpfer nicht an die Flasche kommt. Dies könnte den Dämpfer auf Dauer kaputt machen. Du kannst das ganz einfach prüfen, indem du das Rad vor dich hinstellst und dich mit viel Gewicht auf den Sattel stützt. Dann darf die Flasche nicht gegen den Rahmen oder Dämpfer kommen. Tipp hier: Wenn der Dämpfer oben liegt, dann ist es nicht gut, wenn die Flasche hoch aufbaut. Aus diesem Grund nutzen unser Team meist die TWIST bottles 600. Bei vielen Enduros passt auch vor allem die TWIST bottle 450 in den Rahmen. Alternativ kann man auch mit der TWIST uni base die Flasche einfach an einer anderen Stelle platzieren – so kann man seine Flasche mitnehmen, auch wenn sie nicht in den Rahmen passt.“

 

Nun kennst du die Tipps und Tricks unserer Profis! Also schnapp dir einen Eimer Wasser und ab ans Rad. Wir wünschen dir jedenfalls einen guten Start in die neue Bike-Saison!

Dein FIDLOCK Bike Team

 

 

*Hinweis: Alle Bilder wurden durch Hanna Retz und Laura Zeitschel zur Verfügung gestellt.